Pensionsantrittsalter – Nein zu höherem Pensionsantrittsalter!

Die Debatte wird nicht erst seit gestern geführt: immer wieder fordern diverse Institutionen wie die Industriellenvereinigung sowie Wirtschaftsexpert:innen ein höheres Pensionsantrittsalter, um unser Pensionssystem zu erhalten.

Doch wie realistisch ist das zum jetzigen Zeitpunkt? Bereits jetzt gehen viele Menschen nicht aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis in Pension. Besonders schlimm trifft es in diesem Fall wieder die Frauen: ein Drittel der weiblichen Beschäftigten treten ihre Pension nicht aus Erwerbstätigkeit, sondern aus Arbeitslosigkeit oder Krankheit an! Viele Menschen über 50 befinden sich in Österreich auf Jobsuche. Die Zahl der Jobsuchenden über 50 Jahren stieg österreichweit im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent. Über 60-Jährige sind bei der Jobsuche am österreichischen Arbeitsmarkt fast chancenlos.

Ein höheres Pensionsantrittsalters bedeutet für viele Menschen in Österreich:

  • Längere Zeiten ohne Beschäftigungsverhältnis
  • Höhere Abschläge auf die Pension

In Wirklichkeit kann man bei der Erhöhung des Pensionsantrittsalters von einer Maßnahme sprechen, die zu Pensionskürzungen durch die Hintertür führen.

Es gibt offensichtlich sehr viele Betriebe, die Menschen über 60 nicht beschäftigen. Auf der einen Seite sollen die Menschen in Österreich immer länger arbeiten, auf der anderen Seite gibt es dafür aber nicht die geeigneten Jobs.

Skurril: Die Wirtschaft fordert höheres Pensionsantrittsalter ohne geeignete Jobs in der Wirtschaft!

Dies zeigt, dass ein erhöhtes Pensionsantrittsalter auf dem Papier allein nicht genügen wird, um Menschen länger in Beschäftigung zu halten. Es braucht ein Umdenken auf dem Arbeitsmarkt: zeitgerechte Umschulungsmaßnahmen etwa, aber auch Arbeitsplätze mit altersgerechten Rahmenbedingungen, die darauf abzielen, dass ältere Arbeitskräfte ihre Fähigkeiten sinnstiftend einsetzen können. Der ÖGB kämpft seit Jahrzehnten dafür, dass am Arbeitsmarkt alle eine faire Chance erhalten – unabhängig vom Jahrgang. Darum ist es so wichtig, Mitglied zu sein!

Herzlichst,

Euer
Christian Decker

Christian Decker