Frauen arbeiten den Rest des Jahres gratis

Am 27. September war „Equal-Pay-Day“

Wie wichtig die Aktionen zum Equal Pay Day sind, zeigt uns der vor kurzem präsentierte Global Gender Gap Report 2009 des WEF (World Economic Forum). Österreich ist hier im internationalen Vergleich bei der Frauen-Gleichstellung dramatisch abgestürzt und zwar von Platz 29 auf Platz 42. Von den EU-27 befindet sich Österreich sogar nur mehr auf den vorletzten Platz,  auf den 26. Platz.
Der Global Gender Gap Report 2009 beweist die katastrophale Situation in Österreich und das man mit „Goodwill“ nicht weiterkommt.
Die Forderung der Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek nach einem umfangreichen Maßnahmenpaket  wie z.B. einer Festschreibung  der Gehaltstransparenz im Gleichbehandlungsgesetz, einer Koppelung von Wirtschaftsförderungen an Frauenquoten, Frauenquoten im Aufsichtsrat von Unternehmen …. sind unverzichtbare Maßnahmen, um zu einer Gleichstellung zu gelangen und sind mit allen Mitteln zu unterstützen.

Salzburg: Mit einer ungewöhnlichen Aktion protestierten die ÖGB-Frauen gegen die grobe Benachteiligung von Frauen bei den Einkommen. In Salzburg, Hallein, Bischofshofen, Oberndorf und Tamsweg wiesen Rauchfangkehrerinnen, die als Sylvester-Glückssymbol gelten, auf den österreichweiten „Equal-Pay-Day“ hin. Am Sonntag, den 27. September war für Frauen bereits der „Silvestertag“, allerdings ohne Anlass für ein Freudenfest: Den Rest des Jahres arbeiten Österreichs Frauen gratis. So groß ist der Lohnunterschied!
Frauen in Vollzeitbeschäftigung verdienen um mehr als ein Viertel weniger als die Kollegen (in Salzburg sind es sogar 28,4 Prozent weniger). Umgerechnet auf Tage erhalten Salzburgerinnen bereits seit dem 19. September nichts mehr für ihre Arbeit. Im Österreich-Schnitt verdienen Männer 41.712 Euro, Frauen dagegen nur 30.823 Euro. Salzburgs Frauen kommen im Schnitt auf 29.865 Euro.
Zur Ungerechtigkeit trage bei, dass „das eigene Einkommen eines der best gehüteten Geheimnisse von Herrn und Frau Österreicher ist“, so ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Sissy Dobernig. Diese Unwissenheit würden „ArbeitgeberInnen nach allen Regeln der Kunst ausnützen“. Frauen arbeiten zudem meist in Niedriglohnbranchen wie Handel, Textilindustrie sowie im Hotel- und Gastgewerbe.

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