Seit dem 1. Jänner 1995 ist Österreich Mitglied der Europäischen
Union. Gleichzeitig mit Schweden und Finnland wechselten
wir von der Freihandelszone EFTA zur EU und somit zur EG. Die EG
(Europäische Gemeinschaft) ist eine der drei Säulen, auf denen die
EU basiert.
Doch warum gerade jetzt diese Eu(ropa)phorie
Es finden die 7. Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Die sogenannte Bürgerkammer
umfasst 736 (–49) Vertreterinnen und Vertreter. Österreich wird zukünftig von
17 (–1) Parlamentariern vertreten.
Die EU ist ein beliebtes Opfer von Populisten. Immer seien die in Brüssel schuld. Das
Gute wird dann national verkauft. Somit bleiben Sager wie das Salzstangerl, der Marmeladenstreit
und das Aufgeben der Neutralität über. Das Parlament befindet sich jedoch
in Straßburg und ändert über 70 Prozent aller Vorschläge, die aus Brüssel, nämlich
dem Sitz der Europäischen Kommission, stammen.
Dass die Europäische Union Zukunft ist, zeigt nicht nur die Krise. Mit dem stärksten
Bruttoinlandsprodukt der Welt schützt man sich gemeinsam und verhindert Protektionismus.
Vor genau 80 Jahren, als der schwarze Freitag an den Börsen die letzte Weltwirtschaftskrise
auslöste, war Protektionismus die Schuld, dass die Volkswirtschaft so
lange und schwer eingebrochen ist. Was war die Folge? In Deutschland stieg die NSDAP
zur zweitstärksten Partei auf und der Nationalismus wurde überall ausgeprägt. Österreichs
Nationalisten präsentierten zum Wahlauftakt ein Plakat, mit welchem sich schon
der Staatsanwalt beschäftigt. Tatbestand: Verhetzung
Es macht keinen Sinn, Kulturen in einer supranationalen Gemeinschaft gegeneinander
Wenn dem Volk nichts zum Wirtschaften überbleibt, ist es uninteressant, ob Waren,
Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräfte barrierefrei in Europa gehandelt werden
können. Zu den Säulen der gemeinsamen Wirtschaftspolitik, Außen- und Sicherheitspolitik
sowie polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen muss eine weitere
Säule aufgebaut werden, welche sich um das Sozialsystem kümmert. Sonst wird die
Last, die jede und jeder EU Bürger zu tragen hat, nicht mehr haltbar.
Es darf doch nicht im Interesse sein, das politische System so auf die Wirtschaft auszurichten,
dass Bildung, Gesundheit, Pension und weitere Grundaufgaben eines Staates
(oder Staatenbundes) auf der Strecke bleiben. Die Zustellung in unrentablen Regionen,
eine hochwertige Daten übertragung und der öffentliche Verkehr sind in Gefahr.
Die Neuaufstellung unserer Pensionen nach der Reform 2001 auf 3 Säulen litt schon
unter der Finanzkrise und im Endeffekt zahlen wir es alle mit unserem Steuergeld doppelt.
Zuerst mittels Steuergeld für z.B. unternehmerische Tätigkeiten im Ausland und
dann erneut, wenn z. B. ein Bankenrettungsfonds eingerichtet wird.
Ein aktueller Erfolg des EGB (Europäischer Gewerkschaftsbund) ist die Verhinderung
der neuen Arbeitszeitrichtlinie (65 Stunden!), welche zeigt, wie wirtschaftsorientiert die
konservative Mehrheit ist.
Die Europäische Union ist die Zukunft, wenn sich der politische Wille ergibt,
Entscheide mit! Wähle dein Team am 7. Juni
René Fischer




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