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ÖBB-Postbus: Abschied vom Bestbieterprinzip?

Postbus-Betriebsrat fordert Vertragstreue ein – Stehzeiten müssen nach wie vor bezahlt werden

Die derzeitige Geschäftsführung des ÖBB-Postbusses versucht es auf die harte Tour: Weg vom vereinbarten Bestbieter- zum Billigstbieterprinzip. „Kommt erst der Profit und dann die Moral?“, fragt Zentralbetriebsrats-Vorsitzender Robert Wurm. 

„Offenbar möchte man unter den Billigstbietern die Nummer 1 werden. Und das auf Kosten der Beschäftigten!“ Anders kann er sich die Gesinnungsänderung des Postbus-Managements nicht erklären.
Erst 2014 war – noch unter dem damaligen ÖBB-Chef Christian Kern – vereinbart worden, das Bestbieterprinzip auf Basis des anerkannten Postbus-Qualitätsstandards für Fahrgäste und Beschäftigte anzuwenden. Aber jetzt wird in der Postbus-Geschäftsführung laut darüber nachgedacht, bei der Ausschreibung für Linien in Linz-
Freistadt alle Vereinbarungen und Absichtserklärungen über den Haufen zu werfen. Durch für die Lenker/innen unvorteilhafte Auslegungen der Stehzeitenregelung könnte man noch billiger als der billigste Billigstbieter anbieten.
Der Plan ist, nur noch die reine Lenkzeit zu verrechnen. Sehr oft dauert die Einsatzzeit von 5 Uhr früh bis 17 Uhr, unterbrochen durch vom Fahrplan vorgegebene Stehzeiten. In Extremfällen kann das bedeuten, dass bis zu 5 Stunden Einsatzzeit pro Tag nicht mehr bezahlt werden.
„Stehzeiten sollen als Privatvergnügen gelten? Freizeit ist normalerweise selbstbestimmt und sieht anders aus!“, sagt Robert Wurm.
Jetzt sind der zuständige neue ÖBB-Chef Matthä und auch Verkehrsminister Leichtfried als Eigentümervertreter und im Interesse der Steuerzahler gefordert, diese Schieflage zum Schutz der Fahrgäste und Beschäftigten zu bereinigen.
„Sich zum Bestbieterprinzip zu bekennen und durch die Hintertür das Gegenteil zu tun, ist unseriös. Wir verlangen Handschlagqualität!“, sagt Robert Wurm abschließend.